Nachdenkliches aus der Schweiz

Mit Dank an unseren langjährigen Partner Jürg Kohler möchten wir Ihnen einen seiner – wie immer – prägnanten und nachdenklichen Texte zukommen lassen.

Diesel, Russland (vor den Präsidentschaftswahlen!), Italien, Brexit, Trump, Syrien/Türkei. Ein Strauß von Themen, die uns momentan beschäftigen. Alles Themen, auf die wir direkt keinen Einfluss nehmen können, aber doch involviert sind. Jedes Mal wenn ich mich mit möglichen Themen für die News beschäftige, frage ich mich, ob es nicht schlicht langsam zu viel wird. Ich stelle eine große und wachsende Unruhe in mir fest, weil vieles was wir seit Jahrzehnten kennen und schätzen plötzlich zur Debatte steht. Die permanente Berieselung durch Lärm (Verkehr, Handy ,die Welt scheint den ganzen Tag Musik zu hören, Bauarbeiten), die Unmenge von Information über alle Medien und als Krone des Ganzen die Verwahrlosung des Anstandes gegenüber anderen Menschen, Kulturen, Meinungen macht mehr als nachdenklich. Menschen macht es krank. Endlosdiskussionen über die die tödliche Luft der wir nun durch die grauenhaften Autos ausgesetzt sind übertönen sogar das endlose Grauen in Syrien. Da überfällt nun auch noch die Türkei das Land, missachtet alle Konventionen, vertreibt ein weiteres Mal Tausende Menschen, und die Touristen scheinen wieder vermehrt in diesem Land Ferien zu buchen. Es ist halt günstig – wir verkaufen weiterhin unsere Seelen.

Eigentlich sollten wir uns den Themen widmen, die vor der Haustür stehen. Glücklicherweise hat die Schweiz im Parlament noch Politiker mit Verstand, die gegen den Ausbau des Mobilfunkstandards auf 5G gestimmt haben. Wenigstens bleibt uns dies momentan erspart. Es ist haarsträubend, was die Mobilfunklobby von sich gibt, was die Strahlungsintensitäten betrifft. In Kehrsatz wurde eine Monsterantenne auf das Oberstufenschulhausdach gestellt. Eltern wie Lehrer setzten sich vergebens zur Wehr. Doch oh Wunder, als Swisscom CEO Schäppi in die Nähe zog, war die Antenne plötzlich verschwunden. Gleiches geschah in Boll-Sinneringen. Die Anwohner wehrten sich gegen eine Mobilfunkantenne, ohne Erfolg. Erst als Salt CEO Wetter in die Nähe zog wurde sie von Geisterhand entfernt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Die Schweiz ist auch nicht mehr was sie war. So sitzt ein Spitzenbanker im Gefängnis, weil er front running gemacht hat und scheinbar Millionen dabei verdiente. Einige kriegen einfach nicht genug. Da wird ein von mir sehr geschätzter Historiker, Dr. Daniele Ganser, von der nationalen Spitzenpresse? und vorgängig auch von unserem Staatsfernsehen als Geschichtenerzähler und Verschwöhrungsmystiker abgekanzelt. Einfach weil er eine prononcierte und auf Fakten beruhende Ansicht über wichtige Weltthemen äußert. Er plädiert für Frieden, nicht für Krieg!

Achten wir zum Frühlingsbeginn wieder etwas mehr auf unsere unmittelbare Umgebung und treten ein, wenn wir es für nötig halten. Menschen mit Charakter und Rückgrat sind gefragt. Und geniessen natürlich die uns zur Verfügung gestellte Natur so viel wir können.

Mit nachdenklichen Grüßen

Jürg Kohler, Partner

SE Swiss Equities AG

Hier der Text des Newsletters März 2018: Jurg Kohler News 2018-03

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